Kampf der Generationen

Zugegeben ein sehr heroischer Titel für dieses Thema. Aber sind wir ehrlich, Generationenkonflikte hat es immer gegeben. Waren es in der Vergangenheit unterschiedliche Ansichten über Musikstil, Kleidung, Frisur oder politische Ansichten, sind es heute neben der Kleidung – warum Jogginghosen!? – der Klimawandel, die Nahrungsaufnahme oder die Nutzungsdauer digitaler Geräte.

Generationsgrenzen

Die einzelnen Generationen lassen sich nur unzureichend konkret in Jahreszahlen einteilen. Vielmehr sind es Sozialisierungstendenzen und Erfahrungen, die Generationen prägen. Weil sich der Mensch aber gerne an Zahlen orientiert, lässt sich die Generation X in etwa eingrenzen auf die Jahre 1966 – 1980, die Generation Y auf die Jahre 1981 – 1995 und für die Generation Z gilt alles ab 1995.

Die Generation X

Sie kommt zugegebenermaßen eher schlecht in der Definition weg. So wird der Generation X zwar ein gutes Bildungsniveau, aber auch ein ausgeprägtes Konsumverhalten, Interessenlosigkeit und Oberflächlichkeit nachgesagt. Musikalisch entstanden in diesen Jahrzehnten der Grunge, Punk oder die Anfänge des Hip Hop.

In beruflicher Hinsicht legt diese Generation großen Wert auf Freizeit und schaut nicht unbedingt auf die berufliche Erfüllung. Sie lässt sich nicht allein von finanziellen Anreizen motivieren, sondern von einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Äußere Merkmale dieser Zeit sind steigende Arbeitslosen- und Scheidungsraten sowie ein steigender Fernseh- und Videospielkonsum. Die Generation X wurde also in eine Zeit hinein geboren, in der von Aufbruchstimmung und Wirtschaftsboom keine Rede mehr sein konnte. Vielmehr war sowohl die politische als auch die wirtschaftliche Lage unsicher und die Anfänge des digitalen Zeitalters haben hier ihre Wurzeln.

Errungenschaften dieser Generation sind flexible Arbeitszeiten, Gestaltungsfreiheit und Wertschätzung im Job und eine steigende Frauenquote in Führungspositionen.


Das sagt der Profi

Ein guter Job für diese Generation bietet Arbeitsplatzsicherheit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, eine wertschätzende Unternehmensführung und ein angemessenes, gutes Einkommen, dass die Möglichkeit zum Konsum von Statussymbolen bietet.

 

Die Generation Y oder auch Millenials

Die Generation Y ist sowohl mit dem Internetboom als auch mit der Globalisierung groß geworden. Sie zeichnet sich durch ihre sehr gute digitale Vernetzung aus. Diese Generation kann sich flexibel anpassen und legt Wert auf Sinnhaftigkeit und Transparenz im Job. Außerdem legt sie einen höheren Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance als auf die Höhe des Gehalts. Das darf allerdings auch nicht gering ausfallen. Wobei Work-Life-Balance auch heißt, dazu bereit zu sein, ihre Arbeit in der Freizeit zu erledigen allerdings aber auch private Angelegenheiten in der Arbeitszeit zu regeln (Work-Life-Blending). Millenials sind sich ihrer Stellung in den Generationen bewusst. Als sogenannte digital Natives sind sie allen anderen vorangegangenen Generationen voraus.

Allerdings zeigt sich häufig, dass diese Generation eine sehr hohe, oftmals unrealistische Erwartungshaltung gegenüber dem Beruf hat, denn in der Praxis sind oft befristete Verträge und häufige Jobwechsel gängig.


Das sagt der Profi

Millenials sind sich ihrer Fähigkeiten bewusst und haben einen hohen Qualitätsanspruch an den Arbeitgeber. Das ist oft nicht leicht. Mit entsprechender digitaler Ausstattung und moderner, flexibler Unternehmensorganisation kann das Unternehmen punkten.

 

Generation Z

Diese Generation ist noch heranwachsend, aber dennoch kommen einige potenzielle Auszubildende nun in das Alter des Berufseinstiegs. Die Generation Z zeichnet sich durch ein außerordentlich hohes Wohlstandsniveau und dennoch durch eine verstärkte Wahrnehmung eines Unsicherheitsgefühls durch den Klimawandel und die Globalisierung aus. Weiterhin gehören ein pragmatischer Optimismus, eine geringe Loyalität zum Arbeitgeber und bequeme, feste Strukturen von Arbeitszeiten „nine-to-five“ dazu. Freizeit ist ihr wichtig, ebenso wie eine strenge Trennung von Privatleben und Beruf. In dieser Generation hat sich erstmals der Begriff „Helikoptereltern“ geprägt. Was für ein hohes Sicherheitsbedürfnis und geringe Selbstständigkeit spricht. Doch Achtung: die Generation Z hat Datenvolumen im Blut. Es gibt nichts, was nicht ergoogelt werden kann.


Das sagt der Profi

Der Generation Z sind feste Arbeitszeiten und klar definierte Strukturen und Anweisungen wichtig sowie die Nutzung aller technischen Möglichkeiten. Außerdem entwickelt sich mehr und mehr ein Bewusstsein für soziales Engagement oder Nachhaltigkeit. Selbstverwirklichung, Spaß am Beruf und gutes Arbeitsklima stehen absolut im Vordergrund. Auch das Interesse am Arbeitgeber, durch spannende Projekte oder wechselnde Herausforderungen sollte geweckt werden.

Die Gereration Z ist spannend in puncto Recruiting. Sie ergoogelt alles, springt so gut wie nie auf Werbung an und hat scheinbar unerschöpfliche Möglichkeiten angesprochen zu werden.

 

Nicht jede Maßnahme passt für Jeden

Ob Generation, Berufsgruppe oder individueller Bewerber. Nicht jede Maßnahme passt für Jeden. Wichtig ist bereit zu sein, Neues zu testen, nicht Bewährtes fallen zu lassen oder Altes aufzufrischen.

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